{"id":14453,"date":"2021-01-10T20:15:04","date_gmt":"2021-01-10T19:15:04","guid":{"rendered":"http:\/\/hausen-aulatal.de\/?p=14453"},"modified":"2021-02-04T17:38:04","modified_gmt":"2021-02-04T16:38:04","slug":"aeltesten-menschaehnlichen-artefakt-europas-in-hausen-gefunden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hausen-aulatal.de\/?p=14453","title":{"rendered":"\u00c4ltestes mensch\u00e4hnliches Artefakt in Hausen gefunden"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/hausen-aulatal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/QuarzitbrockenHausen20210111HNA.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-14452\" src=\"https:\/\/hausen-aulatal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/QuarzitbrockenHausen20210111HNA.png\" alt=\"\" width=\"1204\" height=\"1016\" srcset=\"https:\/\/hausen-aulatal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/QuarzitbrockenHausen20210111HNA.png 1204w, https:\/\/hausen-aulatal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/QuarzitbrockenHausen20210111HNA-300x253.png 300w, https:\/\/hausen-aulatal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/QuarzitbrockenHausen20210111HNA-1024x864.png 1024w, https:\/\/hausen-aulatal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/QuarzitbrockenHausen20210111HNA-768x648.png 768w\" sizes=\"(max-width: 1204px) 100vw, 1204px\" \/><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/hausen-aulatal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Quarzitbrocken-Gesicht-Hausen20210113WaldeckischeZeitung.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-14581\" src=\"https:\/\/hausen-aulatal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Quarzitbrocken-Gesicht-Hausen20210113WaldeckischeZeitung.png\" alt=\"\" width=\"864\" height=\"639\" srcset=\"https:\/\/hausen-aulatal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Quarzitbrocken-Gesicht-Hausen20210113WaldeckischeZeitung.png 864w, https:\/\/hausen-aulatal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Quarzitbrocken-Gesicht-Hausen20210113WaldeckischeZeitung-300x222.png 300w, https:\/\/hausen-aulatal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Quarzitbrocken-Gesicht-Hausen20210113WaldeckischeZeitung-768x568.png 768w\" sizes=\"(max-width: 864px) 100vw, 864px\" \/><\/a><\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Walter H\u00f6hn<\/strong> hat den Quarzitbrocken in den 1980er-Jahren auf einem Fundfeld entdeckt: Es dauerte rund 40 Jahre, bis er den Brocken der Forschung vorstellte.&nbsp;\u00a9&nbsp;Felix Busjaeger<\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Walter H\u00f6hn in den 1980er-Jahren auf einem Fundfeld bei Oberaula-Hausen einen auff\u00e4lligen Quarzit findet, ahnt er bereits, dass ihm ein besonder Fund gegl\u00fcckt ist. Etwa 40 Jahre sp\u00e4ter best\u00e4tigt das auch die Forschung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hausen \u2013 Ein auff\u00e4lliger Quarzitbrocken aus Oberaula-Hausen hat das Potenzial, die Arch\u00e4ologie ma\u00dfgeblich zu beeinflussen. Denn beim Betrachter entsteht unmittelbar der Eindruck von menschlichen Augen: Gut 12,5 Zentimeter ist er gro\u00df und mit einem durchg\u00e4ngigen, nat\u00fcrlichen Loch sowie deutlichen Bearbeitungsspuren an der Oberfl\u00e4che versehen. Die Optik wird durch eine auff\u00e4llige rote Umrandung unterst\u00fctzt, die dem Stein die Z\u00fcge eines Gesichts verleiht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Verbindung mit den nachgewiesenen Bearbeitungsspuren und dem hohen Alter des Artefakts l\u00e4sst der Brocken die Interpretation zu, dass Homo erectus und Neandertaler bereits in der Lage waren, menschen\u00e4hnliche Abbildungen anzufertigen. Als Walter H\u00f6hn an einem Fr\u00fchlingstag in den 1980er-Jahren den eigent\u00fcmlichen Quarzitbrocken auf einem Fundgel\u00e4nde am \u00f6stlichen Ortsrand von Hausen fand, ahnte er bereits, dass ihm etwas ganz Besonderes in die H\u00e4nde gefallen war. \u201eIch habe deutliche Bearbeitungsspuren entdeckt und die gesichts\u00e4hnlichen Z\u00fcge gesehen. Der Quarzit schien zudem sehr alt\u201c, sagt der Borkener.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><strong>Quarzitbrocken zeigt Gesicht: Erst nach 40 Jahren der Forschung vorgestellt<\/strong><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Wissenschaft best\u00e4tigt nun H\u00f6hns Einsch\u00e4tzung: Die braune Patina weist das Artefakt einer \u00e4lteren Fundserie aus Hausen zu. Diese stammt aus dem Acheul\u00e9en, einer Zeitspanne w\u00e4hrend der Altsteinzeit, die \u00fcber die Existenz von Faustkeilen definiert wird und vor 150\u2005000 Jahren endete. Der Gegenstand w\u00e4re damit eine der \u00e4ltesten mensch\u00e4hnlichen Darstellungen Europas. Dass es knapp 40 Jahre dauerte, bis H\u00f6hn seinen Fund der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich machen w\u00fcrde, liegt im wissenschaftlichen Konsens der 1980er- Jahre begr\u00fcndet: \u201eZur damaligen Zeit w\u00e4re es unm\u00f6glich gewesen, den Stein bekannt zu machen\u201c, erkl\u00e4rt Prof. Dr. Lutz Fiedler, bis zu seiner Emeritierung Leiter der Arch\u00e4ologischen Abteilung des Landesamtes f\u00fcr Denkmalpflege Hessen in Marburg, dann Honorarprofessor an der Philipps-Universit\u00e4t Marburg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie damalige arch\u00e4ologische Pr\u00e4misse war, dass Neandertaler und Homo erectus keine fig\u00fcrlichen Artefakte anfertigen konnten\u201c, so der Experte f\u00fcr die Altsteinzeit. Fiedler selbst untersuchte j\u00fcngst den Quarzit und stellte seine Einsch\u00e4tzungen in einem Fachmagazin vor. \u201eNeuere Funde aus Marokko, Gibraltar und Frankreich zeigen inzwischen deutlich, dass beide solche Figurenherstellen konnten.\u201c Aus diesem Grund legte H\u00f6hn seinen Fund nochmals zur Begutachtung vor.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><strong>Quarzitbrocken zeigt Gesicht: Fundort wurde zerst\u00f6rt<\/strong><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEs ist auf jeden Fall ein spannendes Artefakt hohen Alters und wird in der Wissenschaft f\u00fcr Diskussionen sorgen\u201c, sagt Dr. Andreas Thiedmann, zust\u00e4ndiger Bezirksarch\u00e4ologe vom Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege. \u201eSicher ist, dass der Quarzitbrocken Bearbeitungsspuren vorweist. Was sie genau zeigen sollen, k\u00f6nnen wir allerdings nur versuchen, zu interpretieren.\u201c Fiedler erwartet, dass die neuen Erkenntnisse gro\u00dfe Resonanz bei Sammlern hervorrufen wird: \u201eM\u00f6glicherweise tauchen weitere \u00e4hnliche Funde auf.\u201c Neue Funde k\u00f6nnen aber an der Stelle in Hausen nicht mehr gemacht werden. Das Gel\u00e4nde ist durch eine denkmalrechtlich nicht genehmigte Bebauung zerst\u00f6rt worden. F\u00fcr H\u00f6hn sind die neuen Erkenntnisse eine Best\u00e4tigung seiner Vermutungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der pensionierte Oberstudienrat ist bereits seit knapp 50 Jahren auf der Suche nach Fossilien. In den 1970er-Jahren lernte er Dr.\u2005Adolf Luttropp aus Ziegenhain kennen. Der Forscher hatte besonderes Interesse an den Quarzitfunden aus der Altsteinzeit, die er im Bereich der Reutersruh sowie in Lenderscheid, Hausen und R\u00f6rshain entdeckte. Einige Male waren die M\u00e4nner gemeinsam unterwegs, erz\u00e4hlt H\u00f6hn. Inzwischen seien seine Ausfl\u00fcge seltener geworden. Wie es f\u00fcr seinen Quarzitbrocken weitergehen k\u00f6nnte, wisse er noch nicht. \u201eIch k\u00f6nnte mir aber vorstellen, ihn als Dauerleihgabe an ein entsprechendes Museum zu geben\u201c, sagt H\u00f6hn. (Felix Busjaeger)<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/hausen-aulatal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Quarzitbrocken-Gesicht-Hausen20210113World-News.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-14582\" src=\"https:\/\/hausen-aulatal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Quarzitbrocken-Gesicht-Hausen20210113World-News.png\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"207\" srcset=\"https:\/\/hausen-aulatal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Quarzitbrocken-Gesicht-Hausen20210113World-News.png 850w, https:\/\/hausen-aulatal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Quarzitbrocken-Gesicht-Hausen20210113World-News-300x73.png 300w, https:\/\/hausen-aulatal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Quarzitbrocken-Gesicht-Hausen20210113World-News-768x187.png 768w\" sizes=\"(max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Walter H\u00f6hn hat den Quarzitbrocken in den 1980er-Jahren auf einem Fundfeld entdeckt: Es dauerte rund 40 Jahre, bis er den Brocken der Forschung vorstellte. \u00a9&nbsp;Felix Busjaeger<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Walter H\u00f6hn in den 1980er-Jahren auf einem Fundfeld bei Oberaula-Hausen einen auff\u00e4lligen Quarzit findet, ahnt er bereits, dass ihm ein besonder Fund gegl\u00fcckt ist. Etwa 40 Jahre sp\u00e4ter best\u00e4tigt das auch die Forschung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Hausen<\/strong> \u2013 Ein auff\u00e4lliger Quarzitbrocken aus Oberaula-Hausen hat das Potenzial, die Arch\u00e4ologie ma\u00dfgeblich zu beeinflussen. Denn beim Betrachter entsteht unmittelbar der Eindruck von menschlichen Augen: Gut 12,5 Zentimeter ist er gro\u00df und mit einem durchg\u00e4ngigen, nat\u00fcrlichen Loch sowie deutlichen Bearbeitungsspuren an der Oberfl\u00e4che versehen. Die Optik wird durch eine auff\u00e4llige rote Umrandung unterst\u00fctzt, die dem Stein die Z\u00fcge eines Gesichts verleiht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Verbindung mit den nachgewiesenen Bearbeitungsspuren und dem hohen Alter des Artefakts l\u00e4sst der Brocken die Interpretation zu, dass Homo erectus und Neandertaler bereits in der Lage waren, menschen\u00e4hnliche Abbildungen anzufertigen. Als Walter H\u00f6hn an einem Fr\u00fchlingstag in den 1980er-Jahren den eigent\u00fcmlichen Quarzitbrocken auf einem Fundgel\u00e4nde am \u00f6stlichen Ortsrand von Hausen fand, ahnte er bereits, dass ihm etwas ganz Besonderes in die H\u00e4nde gefallen war. \u201eIch habe deutliche Bearbeitungsspuren entdeckt und die gesichts\u00e4hnlichen Z\u00fcge gesehen. Der Quarzit schien zudem sehr alt\u201c, sagt der Borkener.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><strong>Quarzitbrocken zeigt Gesicht: Erst nach 40 Jahren der Forschung vorgestellt<\/strong><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Wissenschaft best\u00e4tigt nun H\u00f6hns Einsch\u00e4tzung: Die braune Patina weist das Artefakt einer \u00e4lteren Fundserie aus Hausen zu. Diese stammt aus dem Acheul\u00e9en, einer Zeitspanne w\u00e4hrend der Altsteinzeit, die \u00fcber die Existenz von Faustkeilen definiert wird und vor 150\u2005000 Jahren endete. Der Gegenstand w\u00e4re damit eine der \u00e4ltesten mensch\u00e4hnlichen Darstellungen Europas. Dass es knapp 40 Jahre dauerte, bis H\u00f6hn seinen Fund der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich machen w\u00fcrde, liegt im wissenschaftlichen Konsens der 1980er- Jahre begr\u00fcndet: \u201eZur damaligen Zeit w\u00e4re es unm\u00f6glich gewesen, den Stein bekannt zu machen\u201c, erkl\u00e4rt Prof. Dr. Lutz Fiedler, bis zu seiner Emeritierung Leiter der Arch\u00e4ologischen Abteilung des Landesamtes f\u00fcr Denkmalpflege Hessen in Marburg, dann Honorarprofessor an der Philipps-Universit\u00e4t Marburg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie damalige arch\u00e4ologische Pr\u00e4misse war, dass Neandertaler und Homo erectus keine fig\u00fcrlichen Artefakte anfertigen konnten\u201c, so der Experte f\u00fcr die Altsteinzeit. Fiedler selbst untersuchte j\u00fcngst den Quarzit und stellte seine Einsch\u00e4tzungen in einem Fachmagazin vor. \u201eNeuere Funde aus Marokko, Gibraltar und Frankreich zeigen inzwischen deutlich, dass beide solche Figurenherstellen konnten.\u201c Aus diesem Grund legte H\u00f6hn seinen Fund nochmals zur Begutachtung vor.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><strong>Quarzitbrocken zeigt Gesicht: Fundort wurde zerst\u00f6rt<\/strong><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEs ist auf jeden Fall ein spannendes Artefakt hohen Alters und wird in der Wissenschaft f\u00fcr Diskussionen sorgen\u201c, sagt Dr. Andreas Thiedmann, zust\u00e4ndiger Bezirksarch\u00e4ologe vom Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege. \u201eSicher ist, dass der Quarzitbrocken Bearbeitungsspuren vorweist. Was sie genau zeigen sollen, k\u00f6nnen wir allerdings nur versuchen, zu interpretieren.\u201c Fiedler erwartet, dass die neuen Erkenntnisse gro\u00dfe Resonanz bei Sammlern hervorrufen wird: \u201eM\u00f6glicherweise tauchen weitere \u00e4hnliche Funde auf.\u201c Neue Funde k\u00f6nnen aber an der Stelle in Hausen nicht mehr gemacht werden. Das Gel\u00e4nde ist durch eine denkmalrechtlich nicht genehmigte Bebauung zerst\u00f6rt worden. F\u00fcr H\u00f6hn sind die neuen Erkenntnisse eine Best\u00e4tigung seiner Vermutungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der pensionierte Oberstudienrat ist bereits seit knapp 50 Jahren auf der Suche nach Fossilien. In den 1970er-Jahren lernte er Dr.\u2005Adolf Luttropp aus Ziegenhain kennen. Der Forscher hatte besonderes Interesse an den Quarzitfunden aus der Altsteinzeit, die er im Bereich der Reutersruh sowie in Lenderscheid, Hausen und R\u00f6rshain entdeckte. Einige Male waren die M\u00e4nner gemeinsam unterwegs, erz\u00e4hlt H\u00f6hn. Inzwischen seien seine Ausfl\u00fcge seltener geworden. Wie es f\u00fcr seinen Quarzitbrocken weitergehen k\u00f6nnte, wisse er noch nicht. \u201eIch k\u00f6nnte mir aber vorstellen, ihn als Dauerleihgabe an ein entsprechendes Museum zu geben\u201c, sagt H\u00f6hn. 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