{"id":16243,"date":"2021-09-07T22:06:17","date_gmt":"2021-09-07T20:06:17","guid":{"rendered":"http:\/\/hausen-aulatal.de\/?p=16243"},"modified":"2021-09-10T20:42:52","modified_gmt":"2021-09-10T18:42:52","slug":"klaus-wagner-im-sommerinterview","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hausen-aulatal.de\/?p=16243","title":{"rendered":"Klaus Wagner im Sommerinterview"},"content":{"rendered":"<h6><a href=\"https:\/\/hausen-aulatal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/KlausWagner20210911HNA.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-16272\" src=\"https:\/\/hausen-aulatal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/KlausWagner20210911HNA.png\" alt=\"\" width=\"996\" height=\"1230\" srcset=\"https:\/\/hausen-aulatal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/KlausWagner20210911HNA.png 996w, https:\/\/hausen-aulatal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/KlausWagner20210911HNA-243x300.png 243w, https:\/\/hausen-aulatal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/KlausWagner20210911HNA-829x1024.png 829w, https:\/\/hausen-aulatal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/KlausWagner20210911HNA-768x948.png 768w\" sizes=\"(max-width: 996px) 100vw, 996px\" \/><\/a><\/h6>\n<hr \/>\n<h6>Mittwoch, 08. September 2021, Hersfelder Zeitung \/ Lokales<\/h6>\n<h1><strong>\u201eHier ist kein Tag wie der andere\u201c <\/strong><\/h1>\n<h4><strong>SOMMERINTERVIEW &#8211; mit B\u00fcrgermeister Klaus Wagner aus Oberaula<\/strong><\/h4>\n<p><strong>VON CHRISTINE ZACHARIAS<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/hausen-aulatal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/KlausWagner20210908HZ.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-16242\" src=\"https:\/\/hausen-aulatal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/KlausWagner20210908HZ.png\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"382\" srcset=\"https:\/\/hausen-aulatal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/KlausWagner20210908HZ.png 700w, https:\/\/hausen-aulatal.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/KlausWagner20210908HZ-300x164.png 300w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\">B\u00fcrgermeister Klaus Wagner an seinem liebsten Arbeitsplatz im Garten des Hotels \u201eZum Stern\u201c in Oberaula. Hier finden oft Trauungen statt, die er als Standesbeamter vollzieht. Das ist eine seiner Lieblingsaufgaben. Foto: Christine Zacharias<\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Oberaulaer B\u00fcrgermeister Klaus Wagner zieht in unserem Sommerinterview nicht nur eine Bilanz der vergangenen Monate, er erkl\u00e4rt auch, warum er weiterhin B\u00fcrgermeister bleiben m\u00f6chte. Am 26. September ist B\u00fcrgermeisterwahl<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><strong>Herr Wagner, wie ist die Gemeinde Oberaula bisher durch die Corona-Pandemie gekommen?<\/strong><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott sei Dank ziemlich gut. Wir haben zurzeit keine Erkrankten. Eine Familie ist noch in Quarant\u00e4ne. Wir hatten leider zwei Todesf\u00e4lle in der Gemeinde. Wir sind froh, dass die Impfbereitschaft relativ hoch ist und dass das mobile Impfteam zu uns in die Mehrzweckhalle kommt.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><strong>Gab es finanzielle Probleme f\u00fcr die Gemeinde?<\/strong><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bisher zum Gl\u00fcck nein. Wir haben, wie die meisten anderen l\u00e4ndlichen Kommunen davon profitiert, dass die Landesregierung die Gewerbesteuerausf\u00e4lle kompensiert hat. Bei uns hat es in einigen Bereichen gebrummt, aber gerade f\u00fcr die Hotellerie und Gastronomie war es hart. Ich habe aber den Eindruck, dass das Gesch\u00e4ft hier wieder deutlich ins Laufen kommt. Ich hoffe sehr, dass die steigenden Inzidenzen, die wir gerade haben, nicht unsere Regierenden dazu bewegen, noch mal gr\u00f6\u00dfere Einschr\u00e4nkungen zu machen. Die sollten dann tats\u00e4chlich nur nicht geimpfte Erwachsene betreffen. Wer sich nicht impfen lassen will, sollte auch die Konsequenzen tragen.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie haben Sie als kleine Gemeinde den organisatorischen Mehraufwand gestemmt?<\/strong><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir haben den Vorteil, dass wir so eine kleine Mannschaft sind, dass wir ohne Homeoffice durch die Pandemie gegangen sind. Hier im Rathaus hat jeder Mitarbeiter sein eigenes B\u00fcro. Wir haben nat\u00fcrlich im Bauhof Teams gebildet und in den Kitas feste Gruppen. Die Eltern waren bei uns auch weitgehend vern\u00fcnftig. Die meisten haben eingesehen, dass der beste Schutz f\u00fcr ihr Kind ist, wenn es zuhause bleibt. Daf\u00fcr haben wir die Geb\u00fchren stufenweise reduziert. F\u00fcr die Kitas haben wir CO2-Warnampeln gekauft, die anzeigen, wann gel\u00fcftet werden soll. Luftfilter haben wir nicht angeschafft, weil wir R\u00e4umlichkeiten haben, die man sehr gut l\u00fcften kann.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><strong>Oberaula ist eine der ersten Gemeinden in der Region, die auf einen gr\u00f6\u00dferen Zusammenschluss der Feuerwehren setzt. Wie ist die Stimmung bei den Feuerwehren und wie sieht es mit der Planung aus?<\/strong><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Thema wurde bei uns von der Feuerwehr aufgegriffen. Die F\u00fchrungscrew der Feuerwehr hat intern schon vor drei Jahren Ideen dazu entwickelt. Anfangs gab es ziemlich viel Gegenwind, aber je mehr sich die Feuerwehrleute damit besch\u00e4ftigt haben, desto mehr stieg die Zustimmung. Wir haben niemanden unter Druck gesetzt. Und am Ende haben f\u00fcnf der sechs Einsatzabteilungen und zuletzt fast alle Feuerwehrleute mit Blick auf den Personalstand und oft auch auf den Zustand der Feuerwehrh\u00e4user der Fusion zugestimmt. Die Wehr aus Olberode, die noch eine ordentliche Einsatzst\u00e4rke hat, will und wird selbstst\u00e4ndig bleiben.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><strong>Und wie hat die Politik auf die Pl\u00e4ne reagiert?<\/strong><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Letztlich haben auch die Gremien zugestimmt. Am Anfang gab es zwar Bedenken, dass das zu teuer und zu gro\u00df sein k\u00f6nnte, aber wir sind sehr sicher, dass auch die Erneuerung aller alten H\u00e4user mehrere Millionen gekostet h\u00e4tte. Und dann h\u00e4tten wir immer noch f\u00fcnf alte H\u00e4user gehabt. Das, was wir jetzt machen, ist kalkuliert mit 3,4 Millionen Euro. Es ist das gr\u00f6\u00dfte Einzelprojekt in der Geschichte der Gemeinde.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie ist der Zeitplan f\u00fcr die Umsetzung?<\/strong><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den n\u00e4chsten Wochen wird der Bauantrag gestellt. Es wird dann mit den ersten Ausschreibungen im Sp\u00e4therbst losgehen. Wir hoffen, dass wir bis Weihnachten erste Submissionen haben werden. F\u00fcr Mitte n\u00e4chsten Jahres planen wir das Richtfest und dann ist noch eine Menge zu tun mit dem Innenausbau. Fertigstellung ist voraussichtlich Mitte 2023.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><strong>Oberaula ist auch im Bereich der interkommunalen Zusammenarbeit beispiel- gebend. Wie sind die Erfahrungen mit dem Gemeindeverwaltungsverband S\u00fcdlicher Kn\u00fcll, an dem auch Ottrau und Neukirchen beteiligt sind?<\/strong><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es hat ziemlich lange gedauert, bis man konkret etwas gesehen hat. Die Vereinbarung hat ja noch mein Vorg\u00e4nger Karl-Heinz Vestweber unterschrieben. 2010 ist die Satzung \u00fcber die interkommunale Zusammenarbeit verabschiedet worden. Jetzt sind wir elfeinhalb Jahre weiter. Wir haben inzwischen viele Bereiche der Verwaltung zusammengelegt. Gemeinsam haben wird Kasse, Bauverwaltung, Lohnbuchhaltung und Standesamt. In jedem der Bereiche hat\u2019s am Anfang ein bisschen geknirscht, aber nach relativ kurzer Zeit haben wir gemerkt, dass es eine gute Entscheidung ist zusammenzuarbeiten.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><strong>K\u00f6nnen Sie ein Beispiel nennen?<\/strong><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Oberaula hatte, bevor wir die Kassen zusammengelegt haben, einen enormen R\u00fcckstand bei den Jahresabschl\u00fcssen. Das ist ja ein Thema, das viele Gemeinden betrifft. Wir haben das unglaublich schnell aufholen k\u00f6nnen, nachdem die gemeinsame Kasse erst einmal eingerichtet war. Die Mitarbeiterinnen haben dann alle zusammen relativ schnell die fehlenden Abschl\u00fcsse nachgeholt. Wir sind jetzt am Abschluss 2020.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><strong>Ist an eine Intensivierung der Zusammenarbeit oder gar eine Fusion gedacht?<\/strong><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir haben ein B\u00fcro mit einer Machbarkeitsstudie f\u00fcr eine Fusion beauftragt. Aber die Sache ist ergebnisoffen. F\u00fcr mich ist die Fusion der allerletzte Schritt. Das muss \u00fcber einen B\u00fcrgerentscheid gehen, das k\u00f6nnen die Parlamente gar nicht beschlie\u00dfen. Ich glaube nicht, dass in meiner n\u00e4chsten Amtszeit noch eine Fusion zustande kommt. Wenn man das zu schnell macht und die B\u00fcrger nicht mitnimmt, dann wird es definitiv scheitern.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hat die Hochwassergefahr wieder sehr ins Blickfeld ger\u00fcckt. Wie sch\u00e4tzen Sie die Gefahrenlage f\u00fcr das Gemeindegebiet von Oberaula ein?<\/strong><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir haben schon mit dem Land Verbindung aufgenommen, damit wir Gew\u00e4sserflie\u00dfkarten f\u00fcr Hochwasserereignisse bekommen. F\u00fcr diese Karten werden unter anderem neue Luftaufnahmen in sehr hoher Aufl\u00f6sung gemacht. In allen Ortsteilen gibt\u2019s H\u00e4user, die so tief liegen, dass sie hochwassergef\u00e4hrdet sind. Im Zuge der Wasserrahmenrichtlinie soll die Aula renaturiert werden, sodass Zonen entstehen, in denen das Wasser sich ausbreiten kann.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><strong>Sie streben als B\u00fcrgermeister eine weitere Amtszeit an. Was gef\u00e4llt Ihnen an Ihrem Amt?<\/strong><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe in meinem Leben schon verschiedene Berufe gehabt. Alle waren sehr, sehr abwechslungsreich. Hier ist kein Tag wie der andere. Es ist so vielf\u00e4ltig, von Kleinproblemen oder Nachbarschaftsstreitigkeiten bis zu Riesenprojekten, wie unserem Feuerwehrhaus, von Hundekothaufen auf dem Gehweg bis hin zu schlimmen Brandf\u00e4llen, wie jetzt an Pfingsten, wo wir f\u00fcr eine Familie von jetzt auf gleich ein Quartier suchen mussten. Die Fl\u00fcchtlingskrise haben wir in Oberaula prima bew\u00e4ltigt mit ganz vielen Ehrenamtlichen. Das ist \u00fcberhaupt etwas Sch\u00f6nes: Wenn man hier ruft und sagt, ich brauche Helfer, dann kommen immer welche. Da gibt es zum Beispiel seit \u00fcber zehn Jahren eine Gruppe Friedhofspflege, die regelm\u00e4\u00dfig Arbeitseins\u00e4tze macht und sich in r\u00fchrender Weise um den Friedhof k\u00fcmmert. Es gibt nat\u00fcrlich auch Tage, die sind nicht so sch\u00f6n. Zuletzt hatten wir enorme Probleme mit der M\u00fcllabfuhr und die frustrierten B\u00fcrger riefen dann alle bei uns an. Es bereitet mir ein bisschen Sorge, dass das Verhalten Einzelner gegen\u00fcber der Verwaltung immer wieder ein Mindestma\u00df an H\u00f6flichkeit vermissen l\u00e4sst. Aber wenn ich f\u00fcr jeden Tag ein Plus oder ein Minus machen m\u00fcsste, dann sind viel mehr Plus- als Minuszeichen auf der Liste<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><strong>Wenn Sie Bilanz ziehen: Was waren die wichtigsten Projekte, die Sie bisher umgesetzt haben?<\/strong><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich glaube, das Wichtigste war der Umbau der alten Schule zum Sozialzentrum Das ist ein Projekt, das hoffentlich Generationen tr\u00e4gt. Wir haben das leer stehende Geb\u00e4ude, das ein gro\u00dfes \u00c4rgernis war, mit vielen F\u00f6rdermitteln und einem geh\u00f6rigen Gemeindeanteil zu einem beispielgebenden Projekt ausgebaut mit Arztpraxis, Physiotherapie und einem Pflegedienst mit Betreutem Wohnen \u2013 und alles l\u00e4uft gut. Wichtig waren auch einige Stra\u00dfenbauprojekte, wie die Ortsdurchfahrt Wahlshausen, die in katastrophalem Zustand war. Der Waldkindergarten ist gerade er\u00f6ffnet worden. Wir sind sehr hoffnungsfroh, dass das ein zukunftsf\u00e4higes Projekt ist.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><strong>Was kommt jetzt in der n\u00e4chsten Amtszeit auf Sie zu \u2013 au\u00dfer der Feuerwehr?<\/strong><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was ein Riesenprojekt sein wird, ist die Digitalisierung der Verwaltung, auch bei uns in der kleinen Kommune. Beim Stra\u00dfenbau haben wir gemeinsam mit Land und Bund ganz gro\u00dfe Projekte vor uns: Die Ortsdurchfahrt Oberaula der Bundesstra\u00dfe steht in drei bis vier Jahren an. Wir haben erheblichen Sanierungsbedarf bei Landesstra\u00dfen. Die Bahnhofsstra\u00dfe in Oberaula, zum Beispiel, ist in wirklich desolatem Zustand. Ganz viele Sachen haben wir schon begonnen und m\u00fcssen sie nur noch abschlie\u00dfen. Wir werden noch in diesem Jahr einen Premium-Spazierweg in Oberaula einweihen und im n\u00e4chsten Jahr den zweiten. Damit hoffen wir, dem Wandertourismus, der sehr wichtig ist f\u00fcr die Region, einen neuen Schub zu geben. Baupl\u00e4tze sind ein weiteres gro\u00dfes Projekt. Da suchen im Moment alle Gremien nach geeigneten Fl\u00e4chen. Wir haben eine ganze Menge junge Familien, die warten schon drauf, dass es endlich attraktives Bauland in Oberaula zu bezahlbaren Preisen gibt.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><strong>Auch der B\u00fcrgermeister muss mal Urlaub machen. Wie haben Sie Ihre Ferien verbracht?<\/strong><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir waren zu Hause und haben etliche Tagesausfl\u00fcge gemacht. Wir haben seit knapp zwei Jahren einen gro\u00dfen Hund, und dem macht es, ebenso wie uns, gro\u00dfen Spa\u00df Wanderungen in der Region zu unternehmen. Unser Lieblingsgebiet ist die Rh\u00f6n, aber auch der Vogelsberg, der Th\u00fcringer Wald und nat\u00fcrlich auch der Kn\u00fcll direkt vor der Haust\u00fcr bietet eine ganze Menge. Geplant ist im Herbst noch eine Woche Ostsee.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mittwoch, 08. 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