Autor: Karl-Heinz Klinger


27. März 2026


Trotz maroder Straßen landet Oberaula auf dem Siegertreppchen

Die Kita Sonnenschein im Ortsteil Hausen wird derzeit erweitert. © Göbel, Daniel

Oberaula belegt Platz 3 von 14 Kommunen im HeimatCheck. Doch bei Straßensanierungen herrscht große Unzufriedenheit in der Gemeinde.

Oberaula – Mit einem Gesamtwert von 6,40 belegt Oberaula in unserem HeimatCheck Platz 3 von 14 und steht damit noch auf dem Siegertreppchen der Kommunen im HZ-Verbreitungsgebiet.

Insgesamt haben sich aus Oberaula 69 Bürgerinnen und Bürger an der Umfrage beteiligt – das entspricht bei 3236 Einwohnern einer Quote von 2,13 Prozent.

Die höchsten Werte in den einzelnen Kategorien erzielte die Gemeinde Oberaula in den Bereichen „Lebensqualität“ (7,86), „Öffentlicher Personennahverkehr“ (7,40) sowie „Familienfreundlichkeit“ (7,16). Die niedrigsten Werte gab es für die Kategorien „Verkehr“ (5,36), „Jugendliche“ (4,79) sowie „Arbeitsplätze und Berufsperspektiven“ (4,48).

Bürgermeister Klaus Wagner freut sich über das gute Ergebnis, auch, wenn er sich noch mehr Teilnehmer gewünscht hätte, um ein noch aussagekräftigeres Ergebnis zu bekommen.

„Ich freue mich besonders darüber, dass die Lebensqualität so hoch bewertet wurde. Das spiegelt auch wider, was mir Neubürger in Gesprächen berichten“, sagt der Bürgermeister. „Das sind Menschen, die sich Oberaula gezielt als Altersruhesitz auf der Suche nach einer schönen Umgebung aussuchen. In Oberaula findet man alles, was man zum Leben braucht. Für eine Gemeinde unserer Größe sind wir sehr gut aufgestellt.

Bürgermeister Klaus Wagner © Göbel, Daniel

Das betrifft etwa Einkaufsmöglichkeiten – im Kernort gibt es gleich zwei Supermärkte, Ärzte und ein umfangreiches gastronomisches Angebot.

Oberaula habe durch seine Lage an der Bundesstraße das Glück, im Stundentakt an den ÖPNV angebunden zu sein. Hinzu kommt der Bürgerbus, der ebenfalls gut genutzt wird – besonders von Älteren, die damit unter anderem das Klinikum oder den Bahnhof in Bad Hersfeld erreichen. Die gute Anbindung an Autobahn und Bundesstraße komme auch dem Hotel Zum Stern als Tagungsort entgegen. „Man ist schnell hier, kommt schnell weg, man ist aber weit entfernt von Autobahnlärm“, fasst der Bürgermeister zusammen.

Oberaula habe durch seine Lage an der Bundesstraße das Glück, im Stundentakt an den ÖPNV angebunden zu sein. Hinzu kommt der Bürgerbus, der ebenfalls gut genutzt wird – besonders von Älteren, die damit unter anderem das Klinikum oder den Bahnhof in Bad Hersfeld erreichen. Die gute Anbindung an Autobahn und Bundesstraße komme auch dem Hotel Zum Stern als Tagungsort entgegen. „Man ist schnell hier, kommt schnell weg, man ist aber weit entfernt von Autobahnlärm“, fasst der Bürgermeister zusammen.

Froh ist Wagner darüber, dass die Erweiterungen der beiden Kindergärten auf Hochtouren laufen. „Dafür haben wir viel Geld in die Hand genommen, um unser Angebot auszubauen“, erklärt Wagner. Zudem seien weitere Stellen für Erzieherinnen und Erzieher ausgeschrieben. „Wir sind personell wieder auf dem Stand, dass es keine Ausfälle wie im letzten Winter gibt. So etwas darf sich niemals wiederholen“, unterstreicht der Bürgermeister.

Oberaula bietet darüber hinaus ein breites Angebot an Freizeitmöglichkeiten – etwa mit dem Golfplatz oder der Tennishalle. Aber auch Karate, Angeln und Sportakrobatik sind möglich.

Entwicklungspotenzial habe die Gemeinde hingegen in der Schaffung von Arbeitsplätzen und Berufsperspektiven. Wagner beschreibt Oberaula als „Wohn- und Schlafplatz“. „Wir haben viele Auspendler, was aber auch für die Lebensqualität hier spricht. Die Menschen leben so gern hier, dass sie es in Kauf nehmen, mit dem Auto zur Arbeit zu fahren.“

Auch die Kindertagesstätte im Kernort bekommt einen Erweiterungsbau, der schon weit fortgeschritten ist. © Daniel Göbel

Oberaula verfüge über ein gesundes Maß an Arbeitsplätzen in kleinen und mittelgroßen Unternehmen und Betrieben. „Das finde ich persönlich wichtiger als beispielsweise die Ansiedlung großer Logistiker. Zudem besteht in Oberaula damit nicht die Gefahr, dass zahlreiche Menschen in die Erwerbslosigkeit müssen, weil ein großes Unternehmen schließt.“

Unzufriedenheit herrsche in Hinblick auf den Straßenausbau. Viele angekündigte Sanierungsprojekte seien seit Jahren im Gespräch, allerdings ist bis heute nichts passiert. Fest geplant sei mit Hessen Mobil mittlerweile immerhin die Sanierung der Bahnhof- und Heerstraße, die im Laufe des kommenden Jahres starten soll.

Dann bleibt noch die Sanierung der Bundesstraße samt Ortsdurchfahrt. „Das wird wohl noch etwas dauern. Auch hier sind wir abhängig von Hessen Mobil“, sagt Wagner. „Ich fürchte, dass es mindestens bis 2023 dauert, bis hier die Bagger rollen.“

Das wünschen sich die Menschen in Oberaula

Im Ranking für Oberaula wurden die Bereiche „Verkehr“, „Jugendliche“ und „Arbeitsplätze und Berufsperspektiven“ am schlechtesten bewertet. Was wünschen sich die Menschen in Oberaula für ihre Gemeinde? Das kam auch in den Kommentaren zur Umfrage zum Ausdruck.

„Das Schwimmbad sollte unbedingt erhalten bleiben“, lautet ein Kommentar. Das Oberaulaer Waldschwimmbad wurde bereits 1929 erbaut. Nach mehreren Sanierungen in den vergangenen Jahrzehnten und nach der Komplett-Erneuerung des Wirtschaftsgebäudes mit Verkaufskiosk, Umkleiden, Duschen und Technikräumen ist das Waldschwimmbad nach wie vor für Gäste und Einheimische eine sehr beliebte Einrichtung. „Arztangebot verbesserungsfähig. Öffentliche Infrastruktur (Qualität der Straßen) verbesserungsbedürftig!“, lautet ein weiterer Kommentar. „Mein Wohnort bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Steigerung der Lebensqualität“, wertet hingegen ein anderer Kommentator.

„Die Umfrage ist wohl eher für eine Stadt konzipiert und für ein Dorf nur beschränkt passend. Parks, Polizeipräsenz, Museen, Kinos, Einzelhandel, Angebote für die Jugend? Sowas haben wir hier nicht. Dafür jede Menge schöner Landschaft und nachbarschaftlichen Zusammenhalt.“

„Bessere Kommunikation der Verwaltung mit den Bürgern über aktuelle Veränderungen, Straßenschäden/Sperrungen, Termine, Müllabfuhr, Kindergartenbetrieb etc.“, wünscht sich ein anderer Nutzer.

„Hier in Oberaula gibt es noch alles, was man für das tägliche Leben benötigt. Wer mag, kann sich bei einem der vielen Vereine ehrenamtlich engagieren. Besonders zu erwähnen ist das kulturelle Angebot, seit es die Kulturkirche gibt. Zudem ist die Luftqualität ausgezeichnet. Wenn hoffentlich bald Glasfaser verlegt ist und die Straßen saniert sind, dann gibt es hier nichts mehr zu meckern“, schwärmt ein Teilnehmer. „Die Grundversorgung ist in Oberaula vollkommen gesichert“, stellt ein weiterer Nutzer fest.

„Es ist an der Zeit, einen Schritt Richtung Zukunft zu gehen. Es sollte fortschrittliche Technologie und Kommunikation auf dem Land geben, gute öffentliche Infrastruktur, mehr Unterstützung für Kinder und Jugendliche und alte Menschen gegen Einsamkeit und vor allem gegen Rechtsextremismus auf dem Dorf“, mahnt ein Teilnehmer. „Ich würde mir bezüglich der ländlichen Gegend um Bad Hersfeld noch eine verbesserte Infrastruktur wünschen. Und einen kostenfreien Nahverkehr, damit mehr Busse genutzt werden.“

Doch es gibt auch kritische Stimmen: „Es wird nichts für die Entwicklung von Wirtschaft und Ansiedelung von Firmen zur Schaffung von Arbeitsplätzen getan. Keine Angebote für Jugendliche. Man lebt zwar ruhig, jedoch, wie in der Zeitung beschrieben, am Arsch der Welt.“ Dies bezieht sich auf eine nicht ganz ernst gemeinte Auszeichnung, die Oberaula vor einiger Zeit erhalten hatte.

Wie kam dies zustande? Laut dem Instagram-Post von dem öffentlich-rechtlichen Mediennetzwerk Funk, genauer gesagt dem dazugehörigen Geografie-Kanal „Geogoat“, habe ein Mitarbeiter zunächst den Mittelpunkt aller Gemeinden bestimmt. Auf Basis von verfügbaren Geodaten wurde dann ausgerechnet, welcher Ort in der Summe am weitesten von einem internationalen Flughafen, einem Bahnhof und der Autobahn entfernt liegt. Oberaula liegt demzufolge 103 Kilometer von einem Flughafen, 18 Kilometer von einem Bahnhof und sechs Kilometer von der Autobahn entfernt, weshalb es die Auszeichnung „Arsch der Welt“ gab.

„Ich wohne in einem kleinen Dorf (Ibra), in dem der Müll unregelmäßig abgeholt wird. In dem es kein Breitband gibt und der Schnee eher selten von der Gemeinde geräumt wird. Der Handyempfang ist eine Katastrophe und die Telekom kann max. 50 MBit. Den ÖPNV gibt es nur in der Schulzeit und dann nur One Way. Die Radwege verkommen, da sich nicht um diese gekümmert wird, da der Nachbarlandkreis Hersfeld-Rotenburg zuständig ist. Das Einzige, was steigt, sind die Gemeindebeiträge. Wenn meine Frau nicht an ihrem Haus so hängen würde, wäre ich schon längst weg“, urteilt ein Kommentator.

 

 

 

Hersfelder Zeitung

 

Schwälmer Allgemeine

Aulatal gastiert beim FSV Thalau

Oberaula – Fußball-Gruppenligist SG Aulatal will seine kleine Serie mit zwei ungeschlagenen Spielen ausbauen. Die Mannschaft um Trainer Martin Friedrich gastiert am Sonntag beim Drittletzten FSV Thalau (15 Uhr), der mit neun Zählern Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz schon fast ein wenig abgeschlagen scheint.

Die Rollen sind also klar verteilt, dazu strotzt Aulatal nach dem jüngsten Derbysieg gegen Niederaula nur so vor Selbstvertrauen. Das will die SG nutzen, wie auch Trainer Martin Friedrich betont: „Wir möchten weiterhin oben dranbleiben.“ Auch, damit der Klub in der kommenden Saison „eine attraktive Adresse für potenzielle Neuzugänge bleibt“ (Friedrich). Was wichtig sein dürfte, haben doch einige Spieler schon angekündigt, den Verein zu verlassen – so wie Luca Kurz, der nach Schwalmstadt geht.

Marleen Brenzel aus Hausen im Schwalm-Eder-Kreis mag es rasant.

Mit gerade mal neun Jahren fährt sie Motocross. Gleich in ihrer ersten Saison schafft es die Grundschülerin in die Top Ten ihrer Klasse und fährt vielen davon – auch älteren Fahrern.

Video: Hessenschau vom 21. März 2026

https://www.hessenschau.de/tv-sendung/motocross-profi-mit-neun-jahren,container-beitrag-39318.html

Hessenschau

Hessenschau

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Ein Bierdeckel mit Geschichte

🕺 Das große Hausen-Quiz 1976

Warum wurde dieser Bierdeckel gedruckt?

  •  650 Jahre Stadtrechte Hausen
  •  Nicht freiwillig wird der Dörnberg’sche Gutsbezirk eingemeindet
  •  Ein historischer Hochzeitstag (man munkelt … 😉
  •  Die letzte Brauerei im Hofgut braute ihr letztes Bier
  •  50 Jahre Heimatverein Hausen
  •  Der 5. Golfplatzbrunnen wurde in Betrieb genommen
  •  Die Bahnstrecke nach Treysa ist „Außer Dienst“ (AD) gegangen?
  •  Der sagenumwobene 75. Stammtischabend
  •  Einführung der Schlaghose als inoffizielle Dorftracht
  •  Etwas ganz anderes

Ich freue mich über Ihre Rückmeldungen…

🏰 Auflösung unseres Hausen-Quiz 1976

Der 75. Geburtstag von Dr. Alexander Freiherr von Dörnberg zu Hausen

Vor 50 Jahren, am 17. März 1976, wurde in Hausen ein besonderer Ehrentag gefeiert: Dr. Alexander Freiherr von Dörnberg zu Hausen beging seinen 75. Geburtstag – gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern des Ortes. „Sandro“, so wurde er von vielen Dorfbewohnern angesprochen, war über zwei Meter groß und überragte alle.

Zu diesem Anlass ließ man eigens einen  Bierdeckel gestaltet und gedruckt. Die Vorderseite zeigt die Ansicht des Marschallshofs mit dem Teich im Vordergrund. Heute spricht man überwiegend nur noch vom „Neuen Schloss“.

Die Rückseite trägt die Zahl „75“ sowie die Wappenfarben der Herren von Dörnberg und erinnert so sichtbar an den Anlass.

Vor 125 Jahren, am 17. März 1901, wurde der Baron geboren; er verstarb am 7. August 1983 in einer nahegelegenen Klinik und fand seine letzte Ruhestätte in der Familiengrabstätte am Birkert.

Solche individuell gestalteten Erinnerungsstücke waren in den 1970er-Jahren eine beliebte Form, besondere Ereignisse festzuhalten. Ein runder Ehrentag – würdig genug, um ihn auf einem Bierdeckel zu verewigen. Dieser Bierdeckel ist heute ein zeitgeschichtliches Dokument. So bleibt der 17. März 1976 nicht nur ein Datum, sondern ein lebendiges Stück Ortsgeschichte.

Alexander von Dörnberg im Porträt, dargestellt in roter Paradeuniform mit Schärpe und Orden, im Stil eines repräsentativen Offiziersbildes des frühen 20. Jahrhunderts.

Marschallhof Hausen – Foto aus den 60er-Jahren (Heimatverein)