Autor: Karl-Heinz Klinger

Hersfelder Zeitung

Montag, 27. Juli 2026

Auf und davon: Ole Kellner, im roten Dress, beim 1:0 für den SV Solz. Am Boden links Mika Sauer, rechts Sebastian Schuch. © Foto: Friedhelm Eyert

Kirchheim – Auch die SG Aulatal konnte den Siegeszug des SV Eintracht Solz im Halbfinale des Fußball-Kreispokals um den Krombacher-Pokal nicht stoppen. Auf dem Sportplatz in Kirchheim unterlag der ehemalige Gruppenligist, der in dieser Saison in der A-Liga antritt, dem künftigen Ligakonkurrenten mit 1:4 (0:1).

Das Spiel zeigte, dass die Gastgeber, die auf Spieler wie Fabian Lepper, Nils Fischer oder Kilian Krapp arbeitsbedingt oder wegen Urlaub verzichten mussten, sich noch in der Findungsphase befinden. „Ich glaube, wir haben doch 50 Minuten lang relativ gut mitgehalten, und doch das ein oder andere Lichtzeichen setzen können“, sagte Aulatals Horst Brandner. Der Coach musste aber dann auch zugeben, dass der Gast am Ende einfach mehr Körner im Tank hatte und sich doch klar durchsetzte.

Mitte der ersten Hälfte gerieten die Gastgeber nach einem Pressschlag etwas unglücklich in Rückstand. Nach einer knappen Stunde veredelte Marlon Koch eine feine Kombination mit Daniel Naumann zum zwischenzeitlichen Gleichstand. Der hatte nur kurz Bestand, ehe Ole Kellner, der sich nach einem Abwehrfehler vor Keeper Valmir Musli die Ecke aussuchen konnte, erneut zuschlug.

Per Flachschuss erhöhte der zweite Torschütze vom Dienst, Max Knoche, für den SV auf 3:1. Damit war die Moral der Brandner-Elf dann ganz gebrochen. Den Schlusspunkt setzte erneut Ole Kellner, der einen Handelfmeter sicher zum Endstand verwandelte. Das Team von Trainer Michael Führer stürmte damit mit vier Siegen und einer beeindruckenden Torbilanz von 24:4 erstmals ins Pokalfinale, das am Ostersamstag kommenden Jahres stattfindet. Der Gegner des SV wird am Mittwoch,19 Uhr, zwischen dem ESV Hönebach und dem ESV Weiterode ermittelt. Auch wenn dann dort ein Kreisoberligist wartet, werden Ole Kellner, der mit seinen drei Treffern sein Torkonto im Pokal auf neun Treffer ausbaute und Max Knoche, der seinen achten Treffer in der laufenden Pokalrunde erzielte, versuchen, auch hier erfolgreich zu sein.

Tore: 0:1 Kellner (20.), 1:1 Knoch (57.), 1:2 Kellner (64.), 1:3 Knoche (69.), 1:4 Kellner (75., HE)

BT

Hersfelder Zeitung

Freitag, 24. Juli 2026

HEIMATCHECK

Mehr Polizeipräsenz trotz niedriger Kriminalität gewünscht Hersfeld-Rotenburg – Die Menschen in unserer Region fühlen sich in ihren Gemeinden relativ sicher. Das ist das Ergebnis des HeimatChecks der Hersfelder Zeitung, für den wir Anfang des Jahres mehr als 3000 Leserinnen und Leser in den 14 Gemeinden des HZ-Verbreitungsgebiets befragt haben. Mit einem Wert von 6,78 auf einer Skala von zehn Punkten gehört die Sicherheit zu den „stabilen Stärken der Region“.

Diese Wahrnehmung deckt sich auch mit den offiziellen Zahlen der Polizeistatistik. Im Bereich der Polizeistation Bad Hersfeld ist die Zahl der Straftaten im vergangenen Jahr um rund 20 Prozent zurückgegangen. Die sogenannte Häufigkeitszahl liegt hier mit rund 3800 Straftaten pro 100.000 Einwohner deutlich unter dem hessischen Durchschnitt von etwa 6000. „Bad Hersfeld und die Umgebung sind weit überdurchschnittlich sicher“, sagt deshalb auch Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) im Interview mit der HZ. „Unabhängig davon bleibt es unser Anspruch, so viele Straftaten wie möglich zu verhindern“, stellt Poseck zudem klar.

Der Innenminister betont, dass die Polizeipräsenz deutlich erhöht wurde, räumt aber ein, dass die Polizei nicht überall gleichzeitig sein kann. „Ich höre von vielen Menschen, dass sie die stärkere Präsenz wahrnehmen“, sagt Poseck. Das sehen allerdings nicht alle Bürger so, wie die teilweise heftigen Kommentare auf der HZ-Facebook-Seite nach Posecks Besuch einer polizeilichen Großkontrolle am Montag in Bad Hersfeld zeigen. Hier beklagen viele Bürger, dass es besonders nachts und an neuralgischen Punkten wie der Breitenstraße und dem Schilde-Park an erkennbarer Polizeipräsenz fehlt.

Auch die Waffenverbotszone, die nach einem Messerangriff am Schilde-Park in der Innenstadt, eingeführt wurde, bezeichnen manche Kommentatoren als Symbolpolitik. Die Polizei indes betont immer wieder, dass gerade die Waffenverbotszone die Möglichkeit zu anlasslosen Kontrollen biete und wertet die Einführung als klaren Erfolg. Die Zahl der Straftaten in dem Bereich sei signifikant gesunken.

Trotzdem wird in Bad Hersfeld über die Einführung einer Videoüberwachung an besonders neuralgischen Punkten diskutiert. Nach HZ-Informationen soll das Thema erneut angegangen werden. Die Entscheidung darüber liegt bei den städtischen Gremien und der örtlichen Polizei, die den damit verbundenen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Bürger abwägen müssen. Innenminister Poseck sagt: „Es gibt mehr Menschen, die über ein Unsicherheitsgefühl klagen, als über zu viel Videoüberwachung.“ Poseck wirbt auch für eine Teilnahme Bad Hersfelds am Präventionsprogramm „Kompass“. Dafür scheint es aber in der Stadtpolitik keine Mehrheit zu geben. (KAI A. STRUTHOFF)

Die Ergebnisse des HZ-HeimatChecks

Am sichersten fühlen sich die 3000 befragten HZ-Leser in Friedewald (7,60 Punkte von 10), Haunetal (7,48), Philippsthal (7,29), Hohenroda (7,11) und Schenklengsfeld (7,03). Im Mittelfeld liegen Oberaula (6,97) und Niederaula (6,55). Die unteren Plätze belegen Heringen (6,37), Bad Hersfeld (6,11) und Kirchheim (6,04). Schlusslicht ist Breitenbach/H, eine Bewertung, die sich Bürgermeister Jörg Schäfer nicht erklären kann. Auch die Polizei bestätigt, dass es dort zuletzt keine auffälligen Straftaten gab.

Hersfelder Zeitung

Samstag, 25. Juli 2026

Oberaula – Im Bereich Oberaula findet von Mittwoch bis Freitag, 5. bis 7. August, eine Bundeswehrübung statt. Die Durchschlageübung wird von der Fernmeldekompanie der Division Schnelle Kräfte aus der Herrenwald-Kaserne in Stadtallendorf ausgeführt.

Während des Übungszeitraums kann es vereinzelt zu militärischem Fahrzeugverkehr kommen, heißt es dazu weiter.

(RED/REY)

Hersfelder Zeitung

Freitag, 24. Juli 2026


Horst Brandner SG Aulatal

Kirchheim – Der diesjährige Fußball-Pokalwettbewerb um den Krombacher-Cup biegt in die entscheidende Phase ein. Die Auslosung ergab für das Halbfinale ein brisantes Kreisoberligaduell und ein A-Liga-Duell. Am Samstag, ab 16 Uhr, treffen in Kirchheim die A-Ligisten SG Aulatal und der SV Eintracht Solz aufeinander.

Die Gastgeber hatten nach dem Auftakterfolg im Elfmeterschießen in Mansbach zunächst ein Freilos, ehe sie sich beim künftigen Ligakonkurrenten Haselgrund/Breitenach mit 5:3 durchsetzen konnten. Nach dem Rückzug aus der Gruppenliga und dem Neustart in der Kreisliga A benötigt das Team von Trainer Horst Brandner noch einige Anlaufzeit, um wieder richtig Fuß zu fassen.

Beeindruckend auf Pokalebene ist der Auftritt von Gegner Solz. Der SV ging in allen drei Runden als klarer Sieger vom Feld – und das mit einem sensationellen Torverhältnis von 22:3. Vor allem Max Knoche mit sieben Treffern und Ole Kellner, der sechs Tore beisteuerte, unterstrichen ihre Gefährlichkeit.

Die Aulataler sollten versuchen, die Torfabrik von Gästecoach Michael Führer nicht ins Laufen kommen zu lassen. Die zweite Partie des Semifinales führte die beiden Eisenbahnersportvereine aus Hönebach und Weiterode zusammen. Das Kreisoberligaduell ist für Dienstag oder Mittwoch vorgesehen, wie Spielleiter Thomas Becker (Bosserode) mitteilte. (RG)

Hersfelder Zeitung

Kreispokal: SG Aulatal setzt sich 5:3 durch

SG Haselgrund/Breitenbach – SG Aulatal 3:5 (0:2). Die Gastgeber hatten offensichtlich beim freundschaftlichen Vergleich gegen den Kreisoberligisten ESV Weiterode am Freitagabend zu viele Kräfte gelassen. Erschwerend kam hinzu, dass neben einigen Ausfällen, Führungsspieler Marius Zilch nach einer guten halben Stunde verletzungsbedingt passen musste. In der ersten halben Stunde war es Keeper Jonas Fiedler, der die Null für die Heimelf gleich mehrfach festhielt. Der Doppelschlag der Gäste, kurz vor der Pause tat dann richtig weh. Nach zwei Standards zeigten sich die Aulataler Jonas Pantke und Sergej Boka hellwach und netzten ein.

Einen Fehler im Aufbauspiel bestrafte Daniel Naumann kurz nach Wiederanpfiff mit dem dritten Treffer. Nach dem Anschlusstreffer von Till Riemenschneider fiel das 1:4 zu schnell. Luca Maxa sorgte zwar mit seinen beiden Treffern innerhalb von 90 Sekunden noch mal für Spannung, doch den Gastgebern fehlte im Abschluss das Quäntchen Glück, um der Partie noch eine Wendung zu geben.

Tore: 0:1 Pantke (42.), 0:2 Boka (45.), 0:3 Naumann (48.) 1:3 Riemenschneider (57.), 1:4 Jannik Hahl (60.), 1:5 Kilian Krapp (63., FE), 2:5, 3:5 Maxa (75., 76.) BT

Historische Ehrenurkunden erinnern an Martin Corpataux und das Rittergut Hausen

Die Urkunden befinden sich im Privatbesitz der Familie.

Hausen. Als im Jahr 1910 ein 33-jähriger Schweizer seinen Dienst auf dem Rittergut Hausen antrat, ahnte niemand, dass er mehr als sechs Jahrzehnte in dem kleinen Ort verbringen und Teil seiner Geschichte werden würde. Zwei erhaltene Ehrenurkunden aus den Jahren 1921 und 1931 erinnern heute an Martin Corpataux – und an ein nahezu vergessenes Kapitel der regionalen Landwirtschaft.

Martin Corpataux wurde am 24. November 1876 in Alterswil im Kanton Freiburg (Fribourg) in der Schweiz geboren. Schon in jungen Jahren verließ er seinen Heimatort und nahm eine Stellung auf einem Gut bei Gudensberg an. Dort lernte er seine spätere Frau Katharina Elisabeth Riemenschneider kennen. Sie heirateten am 14. Juli 1901 und blieben ein Leben lang zusammen.

1910 traten beide eine Stelle beim Rittergutspächter Collmann in Hausen an. Das Rittergut, das zum Besitz der Freiherren von Dörnberg gehörte, war damals ein moderner landwirtschaftlicher Großbetrieb. Wie viele größere Güter in Deutschland war es auf gut ausgebildete Fachkräfte für Stall, Melkerei und Viehhaltung angewiesen. Gerade in der Milchwirtschaft zählten Erfahrung, Sauberkeit und Verlässlichkeit mehr als bloße Arbeitskraft.

Dass ein Schweizer diese Aufgabe übernahm, war kein Zufall. Um 1900 herrschte in der deutschen Landwirtschaft ein spürbarer Mangel an qualifizierten Arbeitskräften. Die Industrialisierung zog viele junge Menschen in die Städte, während auf den Gütern erfahrene Melker und Käser fehlten. Besonders in Nord- und Mitteldeutschland warb man deshalb gezielt Schweizer Fachkräfte an. Sie kamen aus einer Region mit langer Tradition in der Rinderhaltung und Milchwirtschaft, brachten Kenntnisse in Fütterung, Stallhygiene, Butter- und Käseherstellung mit und genossen auf deutschen Gutshöfen einen ausgezeichneten Ruf.

Der Begriff „Schweizer“ wurde deshalb vielerorts sogar zur Berufsbezeichnung für erfahrene Melker und Milchmeister. Häufig kamen diese Männer zunächst als Saisonkräfte, doch nicht wenige blieben dauerhaft und wurden zu festen Stützen der Betriebe.

Auch auf dem Rittergut Hausen vertraute Pächter Collmann auf dieses Fachwissen. Martin Corpataux übernahm die Verantwortung für den wertvollen Milchviehbestand und gehörte damit zu den wichtigsten Fachkräften des Betriebes. Er war damit Teil jener schweizerischen Arbeitsmigration, die um 1900 die Milchwirtschaft vieler deutscher Güter prägte. Seine Arbeit war nicht nur körperlich anstrengend, sondern verlangte auch Genauigkeit, Disziplin und ein besonderes Gespür für Tiere und Abläufe im Stall.

Wie sehr seine Leistung geschätzt wurde, zeigen die Ehrenurkunden des Landwirtschaftlichen Kreisvereins Ziegenhain vom 20. Juli 1921 und der Landwirtschaftskammer des Regierungsbezirks Kassel von 1931. Darin wird Martin Corpataux für langjährige treue Dienste ausgezeichnet. Solche Ehrungen waren durchaus etwas Besonderes, denn Schweizer Melker wechselten häufig den Arbeitgeber. Die Auszeichnungen sprechen daher für das außergewöhnliche Vertrauensverhältnis zwischen Corpataux und Collmann.

Martin Corpataux blieb seiner Wahlheimat Hausen sein Leben lang verbunden. Er legte auch die Schweizer Staatsangehörigkeit ab und wurde deutscher Staatsbürger. Er erlebte den Wandel der Landwirtschaft vom Handmelken über die Kriegsjahre bis hin zur Mechanisierung nach dem Zweiten Weltkrieg. Anfang der 1950er-Jahre übernahm Hans-Eppo von Dörrnberg die Landwirtschaft wieder selbst, und Martin Corpataux ging in den Ruhestand. Am 30. September 1975 verstarb er im Alter von 98 Jahren in Hausen.

Die Ehrenurkunden sind heute weit mehr als persönliche Erinnerungsstücke. Sie dokumentiert eindrucksvoll die enge Verbindung zwischen der Region und den Schweizer Fachkräften, die um 1900 auf vielen Gutshöfen unverzichtbar waren. Gleichzeitig erzählt sie die Geschichte eines Mannes, der als Teil dieser Wanderbewegung nach Hausen kam, dort heimisch wurde und mit seiner Arbeit ein kleines, aber bemerkenswertes Kapitel der Ortsgeschichte schrieb.

Heute, im Jahr 2026, braucht man keine Melker mehr – wohl aber qualifizierte Fachkräfte. Die einzigen Milchbauern in Hausen sind Bärbel, Hans und Michael Hellwig. Auf ihrem Hof übernimmt heute ein Melkroboter die Arbeit – sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr. Die Kühe kommen zur Melkmaschine, wann immer sie wollen – ob bei Tag oder bei Nacht.

Hinweis: Wer historische Unterlagen oder Fotografien zum Rittergut Hausen, zur Familie Collmann oder zu Martin Corpataux besitzt, kann mithelfen, dieses interessante Kapitel der Ortsgeschichte weiter zu erforschen und für kommende Generationen zu bewahren.

Erwähnenswert


Corpataux – ein Dorf in der Schweiz

Corpataux – ein Name mit Geschichte

Corpataux ist eine Gemeinde im Saanebezirk des Kantons Freiburg in der Schweiz.

Am 1. Januar 1999 schloss sich Corpataux mit dem Nachbardorf Magnedens zur Gemeinde Corpataux-Magnedens zusammen. Viele glaubten damals, das alte Corpataux würde seine Identität verlieren. Doch das Gegenteil geschah: Die beiden Dörfer wuchsen zusammen und bildeten die neue Gemeinde Corpataux-Magnedens.

Jahre später, im Jahr 2016, folgte die nächste Veränderung: Die Gemeinde wurde Teil der neuen Gemeinde Gibloux. Wieder fragten sich manche, ob der Name Corpataux eines Tages nur noch in alten Büchern stehen würde.

Vielleicht ist genau das, das wahre Geheimnis von Corpataux. Obwohl sich die kommunalen Grenzen verändert haben und der Ort heute zur Gemeinde Gibloux gehört, lebt seine Geschichte weiter – in jedem Stein, jedem Haus und in den Erinnerungen der Menschen, die diesen besonderen Ort ihre Heimat nennen.

Das ist durchaus mit unserem Hausen vergleichbar. Hausen und Oberaula fusionierten bereits 1972 – also noch vor der Gebietsreform von 1974. Lediglich die geplante Fusion im Jahr 2024 mit Neukirchen und Ottrau kam nicht zustande. Hausen ist über 866 Jahre alt und besitzt seit dem 15.08.1323 Stadtrechte.

Familienname Corpataux

Nachfahren von Martin Corpataux gibt es heute in der sechsten Generation in Hausen. Da der Familienname jedoch nicht weitergegeben wird, wird die Linie mit dem Namen Corpataux voraussichtlich aussterben.