Der letzte Vorhang fällt
Ein emotionaler Rückblick auf Jahrzehnte voller Lachen, Lampenfieber und Leidenschaft
Es ist eine Nachricht, die vielen von uns das Herz schwer macht: Die „Kleine Bühne Hausen“ hat sich aufgelöst.
Keine Theateraufführungen mehr im Karl-Dippoldsmann-Haus.
Keine Weihnachtsgeschichten mehr in Schencks Scheune, der ehemaligen „Klingers-Scheune“.
Ganz verschwinden wird das Theaterspielen in Hausen jedoch nicht. Beim Dorfabend zur Kirmes, bei Seniorennachmittagen, größeren Feierlichkeiten oder anderen Anlässen werden wir sicherlich den einen oder anderen Theaterspieler wiedersehen.
Und wie oft lobten die „Hiisner-Liit“ ihre Laienspieler nach einer gelungenen Aufführung:
„Es wor werre schee!“
Doch die Jahre sind nicht spurlos an den Aktiven vorbeigegangen. Die Gesundheit geht vor, und der dringend benötigte Nachwuchs bleibt aus. Bevor der Vorhang jedoch endgültig fällt, wollen wir gemeinsam auf eine fantastische Reise zurückblicken – eine Reise, die zeigt, wie viel Herzblut, Engagement und Gemeinschaftsgeist in dieser Theatergruppe steckten.
Wie alles begann: Vom „Hunderter im Hut“ zum Publikumsliebling
Theater wurde in Hausen eigentlich schon immer gespielt. Nach dem Zweiten Weltkrieg weckte Lehrer Bischoff die Leidenschaft für die Bühne bei vielen Schulkindern.
Der eigentliche Startschuss für die heutige Ära fiel jedoch im Jahr 1987 anlässlich des 25-jährigen Bestehens unseres Dorfgemeinschaftshauses.
Damals, noch als junge Burschenschaftler unterwegs, ließen sich einige Begeisterte von den Geschichten früherer Theateraufführungen anstecken. Unter der fachkundigen Beratung des Theaterkenners Heinrich Schäfer wurde das erste Stück ausgewählt: der Schwank „Der Hunderter im Hut“.
Auch ein Name für die neue Truppe war schnell gefunden: „Kleine Bühne Hausen“.
Zu den Gründungsmitgliedern der ersten Stunde gehörten:
- Ingrid Schmidt
- Conny Battenberg (geb. Asshauer)
- Silke Hahl (geb. Battenberg)
- Jörg Albert
- Ralf Schäfer
- Heike Witzel (geb. Schneider)
- Sandra Di Liberto-Stengler (geb. Fehrmann)
- Heike Heinisch (geb. Corpataux)
Der Erfolg war überwältigend. Bereits 1988 folgten zwei Einakter, und 1989 wagte man sich an „Der Coup im Warenhaus“ – ein Stück, das sogar die Turnhalle in Oberaula bei der Weihnachtsfeier der TSG zum Beben brachte.
Babypause und das große Comeback
Danach wurde es still auf der Bühne. Zehn Jahre lang standen Kindererziehung, Hausbau und Familiengründung im Mittelpunkt des Lebens.
Doch im Jahr 1999 klopfte der damalige Ortsvorsteher Karl-Heinz Klinger bei Heike Heinisch an und sagte:
„Wir müssen das Theaterspielen wieder aufleben lassen!“
Gesagt, getan.
Per Anzeige im Aulaboten wurden Mitstreiter gesucht. Alte Gesichter kehrten zurück, neue kamen hinzu – und plötzlich wurde alles ein wenig professioneller:
- Harte Arbeit: Für jedes Stück wurden drei bis vier Monate lang Texte gelernt und im DGH geprobt.
- Investitionen in die Kunst: Von den Eintrittsgeldern wurden Vorhänge, Scheinwerfer, Mikrofone und Kulissen angeschafft.
- Echte Handarbeit: Franz Huss baute die versprochene Bühne, finanziert durch den Ortsbeirat aus dem Preisgeld des Wettbewerbs „Unser Dorf soll schöner werden“.
Aus den kleinen Anfängen entwickelte sich eine feste Größe im Dorfleben – mit Bewirtung, ausverkauftem Haus und treuem Publikum.
Mehr als nur Theater: Ein Herz für die Gemeinschaft
Zuletzt zählte die Theatergruppe als Sparte des Hausener Vereins für Heimat und Brauchtum e. V. stolze 30 Mitglieder. Ihr Motto lautete stets:
„Spaß am Spielen.“
Doch die Theaterleute glänzten nicht nur im Scheinwerferlicht. Sie prägten das Dorfleben über viele Jahre entscheidend mit:
- Sie bereicherten zahlreiche Dorfveranstaltungen mit Sketchen und Theaterbeiträgen.
- Sie packten beim jährlichen Kartoffelfest tatkräftig mit an.
- Sie unterstützten die Burschenschaft engagiert bei der Gestaltung des Kirmesprogramms.
- Sie standen immer dann bereit, wenn im Dorf helfende Hände gebraucht wurden.
Danke für unvergessliche Stunden!
Auch wenn der Ruf „Vorhang auf!“ nun nicht mehr durch das Dorfgemeinschaftshaus schallen wird – bleiben werden die Erinnerungen.
Erinnerungen an Tränen vor Lachen, an Lampenfieber hinter den Kulissen, an großartige Gemeinschaft und an ein Stück lebendige Hausener Dorfgeschichte.
Ortsvorsteher Jörg Albert sagt deshalb von Herzen Danke an alle Spielerinnen und Spieler, Helferinnen und Helfer sowie Unterstützer der Kleinen Bühne Hausen für die vielen wunderschönen Jahre.
„Ihr habt Generationen von Hausenern zum Lachen gebracht, Menschen zusammengeführt und unserem Dorf unzählige schöne Stunden geschenkt. Dafür gebührt euch großer Respekt und aufrichtiger Dank. Ihr werdet uns fehlen“.
E N D E





