„daHeim im Leben“ bei Festspielen

04.07.2026
Donata Freifrau von Schenk zu Schweinsberg im Interview mit Kevin Hildebrand – Fotos Andre Söllner

Donata von Schenck: „Es herrscht ein ganz neues Leben in der Stadt“

Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg – oder auch nur Donata von Schenck, wie sie in unserem Gespräch genannt werden möchte – engagiert sich seit über 40 Jahren ehrenamtlich beim Deutschen Roten Kreuz. Von 2006 bis 2018 war sie dort sogar Vizepräsidentin. Zudem übernahm sie 2018 die Stiftung „daHeim im Leben“ die alten Menschen und Menschen mit Beeinträchtigung die aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglicht.

Im Rahmen der Bad Hersfelder Festspiele ermöglichte sie am Freitagabend zahlreichen Mitgliedern der Stiftung, an einer Medienprobe des Stücks „Die Schule der Frauen“ teilzunehmen, welches im Schloss Eichhof aufgeführt wird. Zu diesem Anlass sprach OSTHESSEN|NEWS mit Donata Schenk über ihre Stiftung, die Festspiele und Intendantin Elke Hesse.

OSTHESSEN|NEWS: Für diejenigen, die Sie nicht kennen: Stellen Sie sich doch erst mal genauer vor und geben einen Einblick in das, was Sie machen.

Donata von Schenck: Ich heiße Donata von Schenck. Der Name ist eigentlich ein bisschen länger, aber das ist jetzt zu umständlich. Ich bin seit über 40 Jahren ehrenamtlich beim Deutschen Roten Kreuz tätig und habe 2018 eine Stiftung für Senioren übernommen. Ich versuche, in Senioreneinrichtungen zu gehen, Gelder zu akquirieren und dann nette Ausflüge, Projekte und mehr in die Einrichtungen zu bringen. Die Menschen sollen am Leben teilnehmen können und Freude am Alltag haben. Das ist ganz wichtig, dass man Körper und Geist fit hält und auch Kontakt zur Außenwelt hält. Und dazu gehört auch das Eintauchen in die digitale Welt, aber auch Ausflüge wie heute hier. In dem heutigen Stück von Molière spielt Michael Quast mit, den ich schon lange kenne. Er ist ein toller Mensch und nimmt die Menschen mit und bringt sie zum Lachen. Die Welt ist zum Teil so traurig, da ist es schön, einen Abend in dieser Atmosphäre zu haben.

OSTHESSEN|NEWS: Was war ausschlaggebend dafür, dass sie mit ihrer Stiftung hier an den Bad Hersfelder Eichhof gekommen sind?

Donata von Schenck: Durch Elke Hesse, die neue Intendantin der Festspiele, herrscht ein ganz neues Leben in Bad Hersfeld. Alle sind fröhlich, alle freuen sich auf die Festspiele. Sie hat eine unglaubliche Dynamik in die Stadt gebracht und ich dachte mir, dass ich das nutze. Ich habe sie gefragt, ob ich mit Senioren an einer Probe teilnehmen kann. Da hat sie sofort zugesagt und mir Karten zukommen lassen. Und die Atmosphäre hier ist besonders, es ist für alte Menschen behütend. Es verläuft sich nicht so wie in der Stiftsruine, hier wirkt alles wie ein Familienausflug.

OSTHESSEN|NEWS: Und schon auf den ersten Blick fällt auf, dass die Fläche hier barrierefrei und sehr gut zugänglich ist.

Donata von Schenck: Das ist ideal. Und wir dürfen auch nochmal in die nächste Generalprobe, wo auch Menschen mit Rollstuhl dabei sind. Und für diese Menschen ist es echt schwierig, irgendwo hinzukommen, ohne viel Hilfestellung zu haben. Das braucht man hier halt so gut wie kaum. Außerdem habe ich unseren Ortsverein vom Roten Kreuz aktiviert. Wenn irgendwas ist, sind die allzeit bereit. Ich denke, es kann nichts schiefgehen und die Menschen werden Freude haben.

OSTHESSEN|NEWS: Sie haben vor unserem Gespräch schon kurz angerissen, dass die Menschen der Stiftung oft froh sind, mal rauszukommen. Welches Feedback haben Sie zu diesem Event hier erhalten?

Donata von Schenck: Eine Dame hat mir vorhin die Hände gedrückt und gesagt, dass sie heute etwas Tolles erlebt und sich bei mir bedankt. Das ist dann auch für mich eine Freude, wenn ich anderen eine mache und auch etwas zurückbekomme. Ich habe richtig gute Laune heute.

OSTHESSEN|NEWS: Wie viele Tickets durften Sie insgesamt vergeben?

Donata von Schenck: Ich habe von Frau Elke Hesse 30 Tickets bekommen, habe aber auch von anderen, die diesen Abend nicht wahrnehmen konnten, nochmal Tickets erhalten. Sagen wir es so, ich bin für diesen Abend gut ausgerüstet.

Die Senioren bei der Probe von Schule der Frauen im Eichhof

OSTHESSEN|NEWS: Sie erwähnten bereits, dass Sie mit der Arbeit von Elke Hesse sehr zufrieden sind. Waren Sie in diesem Jahr schon in den Hersfelder Festspielen?

Donata von Schenck: Nein. Für mich ist das jetzt das erste Mal. Ich werde aber natürlich nochmal an den Eichhof gehen, ich werde in Parzival gehen, ich werde mit den Enkeln in Pippi Langstrumpf gehen. Also, wir werden das noch ausnutzen. Man muss nicht überall in der Premiere dabei sein. Ich drücke natürlich Elke Hesse die Daumen, dass diese Saison ein großer Erfolg wird.

OSTHESSEN|NEWS: Wie wichtig sind in Ihren Augen die Bad Hersfelder Festspiele für die Region und darüber hinaus?

Donata von Schenck: Unheimlich wichtig. Man muss dazu sagen, hier am Eichhof sind auch die Preise passabel. Es kann nicht jeder 70 Euro für eine Karte ausgeben. Das finde ich gut, dass hier auch der – in Anführungszeichen – normale Mensch ins Theater gehen kann. Ich gehe hier ins Theater seitdem ich 15 bin, Hersfeld ist weit über die Grenzen durch die Festspiele bekannt. Die Stadt hat dadurch einen tollen Namen, das müssen sie beibehalten. Und ich bin mir sicher, dass Elke Hesse dafür sorgt, dass die Festspiele noch bekannter werden. (Kevin Hildebrand)+++

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