Manche Menschen reden darüber, was man alles tun müsste. Und dann gibt es Menschen, die einfach anfangen. Adolf Paul gehört zur zweiten Sorte.
Als der Hessische Rundfunk Ende August 2026 in seiner Sendung „Weitergedreht“ auf das erste Dorfgemeinschaftshaus Hessens blickte, stand auch ein Mann im Mittelpunkt: Adolf Paul.
Das Dorfgemeinschaftshaus in Edermünde-Haldorf feiert sein 75-jähriges Bestehen – ein Gebäude mit einer bewegten Geschichte und ein Ort, der für Generationen zum Mittelpunkt des Dorflebens wurde.
Am 6. August 1951 wurde es feierlich eingeweiht. Seitdem war es Treffpunkt für Vereine, Sportler, Feste und die ganze Dorfgemeinschaft. Doch seit letztem Sommer ist das Gebäude aufgrund gravierender Baumängel geschlossen – für viele Vereine ein schwerer Schlag. Denn mit dem DGH schloss nicht nur ein Gebäude, sondern auch eine wichtige Begegnungsstätte.
Und mittendrin: Adolf Paul.
Der gebürtige Oberaulaer lebt bereits seit Anfang der Sechzigerjahre in Haldorf. Was zunächst vielleicht nur ein neuer Wohnort war, wurde im Laufe der Jahrzehnte zu einer echten Heimat. Adolf Paul engagierte sich von Anfang an und hinterließ Spuren.
Zunächst gehörte seine Leidenschaft dem Sport, wo er als Leistungsträger seiner Mannschaft über viele Jahre aktiv war. Doch Sport allein reichte ihm nicht – Adolf Paul wollte mehr bewegen.
Er übernahm Verantwortung und engagierte sich für die Gemeinschaft. Als Gemeindevertreter, als Vorsitzender des Kultur- und Heimatvereins Haldorf setzte er sich für die Geschichte, die Traditionen und das Zusammenleben im Ort ein.
Auch im Karneval war Adolf Paul eine feste Größe: Als Haldorfer „Gänser“ prägte er über 30 Jahre das närrische Geschehen in Edermünde. Wo etwas organisiert, gestaltet oder bewegt werden musste, war Adolf Paul meist nicht weit.
So verwundert es kaum, dass der Hessische Rundfunk ihn als einen der ersten Gesprächspartner auswählte. Denn kaum jemand verkörpert die Geschichte und das Engagement für Haldorf so sehr wie er.
Dabei ist es schon erstaunlich: Adolf Paul ist in Haldorf so aktiv, dass man meinen könnte, für seine alte Heimat Oberaula bleibe kaum noch Zeit.
Doch weit gefehlt.
Auch für Oberaula engagiert er sich weiterhin – unter anderem mit der Facebook-Seite „Oberaula einst und jetzt“. Dort hält er Erinnerungen wach, sammelt Geschichten, fasst sie in zwei Büchern zusammen und verbindet so Vergangenheit und Gegenwart.
Vielleicht ist genau das das Besondere an Adolf Paul:
Er hat seine neue Heimat Haldorf nie nur als Wohnort gesehen, sondern sie aktiv mitgestaltet – und gleichzeitig seine Wurzeln in Oberaula nie vergessen.
Adolf Paul ist kein Mann der großen Gesten.
Er ist ein Macher.
Ein Mensch, der anpackt, Verantwortung übernimmt und sich einbringt.
Und Menschen wie ihn braucht jedes Dorf.
VIDEO – Hessenschau
Adolf Paul zeigt dem Fernsehteam Bilder aus seinem reichhaltigen Archiv




